Theater «die Tonne» – Marktgasse – CH 3177 Laupen 

Vorverkauf: TopPharm SchlossApotheke im Stedtli, Tel. 031 747 30 34, Mo-Sa 8-10/14-16 Uhr 

 Email: theater@dietonne.ch

Im Gedenken

 

Fred Balmer

Fred

Fred war stilbildend. Immer schwarz gekleidet, dazu ein rotes Halstuch. Nicht nur die «Tonne» und viele weitere Amateurbühnen setzten ihn gerne ein. Auch Hollywood hätte ihn brauchen können. Mit seinem markanten Kopf und dem schlohweissen Haar war er der Inbegriff des schönen älteren Mannes und hätte einen prima Noah oder Moses abgegeben. Hollywood entdeckte ihn zum Glück nicht, sodass unser Theater ihn regelmässig mit den Vaterfiguren besetzen konnte. Seine Rollen spielte er mit Inbrunst und manchmal zum Heulen eindrücklich. Fred rührte nicht nur andere; er war auch selber nahe am Wasser gebaut. Und er hatte nicht nur ein weiches Herz, er hatte auch ein schwaches Herz. Das hörte am 19. Januar 2010 auf zu schlagen.

Fred brauchte die Vaterfiguren nicht darzustellen. Er brauchte bloss sich selber zu spielen. Mit seiner Ruhe, seinem Charme und seinem träfen Witz war er genau so, wie man selber in späteren Jahren mal gerne würde. Und er war seinen Freunden ein verlässlicher, lieber Freund. Mit solchen Menschen ist man wohl. Und erst, wenn sie verschwinden, merkt man so richtig, was man an ihnen hatte. Lieber Fred: Die Bühne des Lebens ist leerer geworden ohne dich.

Ueli Remund


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Walter (Walo) Landolf

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Er war nicht zu übersehen, weder privat noch auf der Bühne. Meistens spielte er die Hauptrolle. Nicht weil er das wollte, sondern weil es sich so ergab. Denn stand er auf der Bühne, war er der Mittelpunkt. Dann sah und hörte man ihm zu. Seine Stimme wirkte, wie alles an ihm, gross und intensiv. Und gleichzeitig empfindsam. Er war ein Grosser mit Schmetterlingsseele. Er konnte gar nicht anders als darstellen und zeigen. Kam er zur Probe in den «Tonne»-Keller, dann wusste man gleich, wie es ihm ging. Es stand ihm ins Gesicht geschrieben. Aber er sprach auch darüber. «Das isch so ne Stress!», war eine häufige Feststellung von Walo, wenn er direkt von der Arbeit kam. Er war alles im Übermass: begeistert, niedergeschlagen, mutlos, überschwänglich. So zu sein ist gut für die Bühne, aber anspruchsvoll fürs allgemeine Wohlbefinden. Die ausgewogene Mittellage war nie seine Sache gewesen. Walo spielte von 1965 bis 1975 in sieben Inszenierungen. Unvergessen sein «Dr. Knock» von Jules Romain oder sein Mr. Antrobus in «Wir sind noch einmal davongekommen» von Thornton Wilder. Am 16. Juli 2014 ist Walo im Alter von 72 Jahren gestorben. Die ehemaligen Mitspielenden werden ihn in Erinnerung behalten als einen Menschen, dem man nahe sein wollte. Er ist gegangen. Schöne Erinnerungen bleiben zurück an eine intensive und glückliche Zeit.
Ueli Remund 


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Nebojsa (Nappi) Cvetanovic

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Als geborener Komödiant spielte Nappi in den 1980-er Jahren in der Tonne. Während dieser Zeit wirkte er auch im Vorstand mit. Und hatte auch musikalisch einiges drauf. Und sportlich, als Junior beim FC Laupen. Gutes Auge, guter Schuss - so sagte er mir mal während eines Spiels, kurz bevor er einen Freistoss trat: «Muesch luege, dä tueni itz de obe rächts». Gesagt, getan. Um während einem Juniorenturnier dann im Tor zu stehen und beim Elfmeterschiessen die meisten Versuche zu parieren ...
Nappi verströmte ansteckend gute Laune, konnte auch schon mal über sich selbst lachen. Während der Lehre als Automechaniker meinte er zu seinen Kollegen: «We der Problem heit mit mym Name, dänket eifach a Zwöisändwitsch».
Beim gemeinsamen Urlaub Ende 1970-er Jahre in der Umgebung von Belgrad zeigte er seine nachdenkliche Seite, wenn es um die damaligen politischen Verhältnisse ging. Wege trennen sich, so auch unsere - allerdings nicht in emotionaler Hinsicht. Nappi bleibt immer irgendwie da.
Urs Ruprecht

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